Business-Partner-Compliance
Business-Partner-Compliance bezeichnet die Gesamtheit aller Maßnahmen eines Unternehmens zur Sicherstellung, dass externe Geschäftspartner – insbesondere Lieferanten, Dienstleister, Vertriebspartner, Handelsvertreter, Berater, Joint-Venture-Partner oder sonstige Dritte – die für die Geschäftsbeziehung relevanten gesetzlichen, regulatorischen und unternehmensinternen Compliance-Vorgaben einhalten. Ziel ist es, Compliance-Risiken, die nicht aus dem eigenen Unternehmen, sondern aus dem Verhalten Dritter entstehen, zu identifizieren, zu bewerten, zu steuern und zu minimieren.
Hintergrund ist, dass Unternehmen für Compliance-Verstöße von Geschäftspartnern zunehmend rechtlich, wirtschaftlich und reputationsbezogen verantwortlich gemacht werden können, etwa im Zusammenhang mit Korruptionsdelikten, Kartellrechtsverstößen, Geldwäsche, Datenschutzverstößen, Menschenrechts- und Umweltpflichten in der Lieferkette oder Verstößen gegen Sanktions- und Exportkontrollvorschriften.
Zentrales Element der Business-Partner-Compliance ist ein risikobasierter Ansatz. Abhängig von Art, Umfang und Risiko der Geschäftsbeziehung werden Geschäftspartner vor Begründung und während der laufenden Zusammenarbeit überprüft (Third-Party-Due-Diligence). Dies umfasst insbesondere:
- die Identifizierung und Verifizierung des Geschäftspartners,
- die Analyse von Eigentums- und Kontrollstrukturen sowie wirtschaftlich Berechtigten,
- die Prüfung von Integritäts-, Sanktions-, Korruptions- und Reputationsrisiken,
- sowie die Bewertung von Länder-, Branchen- und Transaktionsrisiken.
Auf Grundlage dieser Risikobewertung werden angemessene präventive und kontrollierende Maßnahmen implementiert. Dazu zählen insbesondere vertragliche Compliance-Klauseln, Verhaltenskodizes für Geschäftspartner, Informations- und Schulungsmaßnahmen, Freigabe- und Eskalationsprozesse, Monitoring- und Kontrollmechanismen sowie – bei erhöhtem Risiko – vertiefte Prüfungen (Enhanced Due Diligence).
Business-Partner-Compliance ist regelmäßig Bestandteil eines ganzheitlichen Compliance-Management-Systems und steht in enger Verbindung mit Bereichen wie Lieferketten-Compliance, Geldwäscheprävention, Kartell- und Korruptionsprävention sowie ESG-Compliance. Eine wirksame Business-Partner-Compliance trägt wesentlich dazu bei, Haftungsrisiken zu reduzieren, gesetzliche Sorgfaltspflichten zu erfüllen und die Integrität unternehmerischer Geschäftsbeziehungen zu sichern.
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